Abstract
Die Vertreibung der Juden aus den arabisierten Ländern hat sich vollzogen, ohne dass die Weltöffentlichkeit ihr viel Aufmerksamkeit schenkte. In den Romanen der Autoren jüdischer Herkunft, die zwischen 1941 bis 1973 (mehrheitlich als Jugendliche) aus dem Irak fliehen mussten, werden das Leben der Juden in Bagdad und die Umstände der Vertreibung jedoch nach wie vor vielfältig thematisiert und bildkräftig heraufbeschworen.
Sami Michael, der 1926 in Bagdad geboren wurde und seit 1949 in Haifa lebt, gehört zu den erfolgreichsten Autoren Israels. Wie viele seiner Kollegen (u.a. Eli Amir und Shimon Ballas) schreibt er seit einigen Jahrzehnten nicht mehr auf Arabisch, sondern auf Ivrith. Da seine Werke in mehrere Fremdsprachen übersetzt wurden, ist er auch international bekannt, besonders im deutschsprachigen Gebiet, wo fünf seiner Romane auf Deutsch erhältlich sind: Viktoria (1993, dt. 1995), Sturm über der Stadt (1975, dt. 1995), Eine Trompete im Wadi (1987, dt. 1996), Eine Handvoll Nebel (dt. 1997) und Eine Liebe in Bagdad (dt. 2000).
Mit dem Irak bleiben Michaels Protagonisten auch nach der - in der Regel unfreiwilligen, aufgezwungenen - Emigration nach Israel zutiefst verbunden. In dem Beitrag wird kommentiert, wie die Erinnerung an die verlorene Heimat inszeniert und zelebriert wird und welche Formen der Identitätskonflikt annehmen kann, wenn die aus dem Babylonischen Exil exilierten irakischen Juden im jungen Staat Israel als Außenseiter mit den Vorurteilen, der Arroganz und der Geringschätzung ashkenasischer Veteranen konfrontiert werden. Ferner wird herausgearbeitet, worin sich die Romane Sami Michaels von der Exilliteratur anderer Schrifsteller irakisch-jüdischer Herkunft unterscheiden.
Sami Michael, der 1926 in Bagdad geboren wurde und seit 1949 in Haifa lebt, gehört zu den erfolgreichsten Autoren Israels. Wie viele seiner Kollegen (u.a. Eli Amir und Shimon Ballas) schreibt er seit einigen Jahrzehnten nicht mehr auf Arabisch, sondern auf Ivrith. Da seine Werke in mehrere Fremdsprachen übersetzt wurden, ist er auch international bekannt, besonders im deutschsprachigen Gebiet, wo fünf seiner Romane auf Deutsch erhältlich sind: Viktoria (1993, dt. 1995), Sturm über der Stadt (1975, dt. 1995), Eine Trompete im Wadi (1987, dt. 1996), Eine Handvoll Nebel (dt. 1997) und Eine Liebe in Bagdad (dt. 2000).
Mit dem Irak bleiben Michaels Protagonisten auch nach der - in der Regel unfreiwilligen, aufgezwungenen - Emigration nach Israel zutiefst verbunden. In dem Beitrag wird kommentiert, wie die Erinnerung an die verlorene Heimat inszeniert und zelebriert wird und welche Formen der Identitätskonflikt annehmen kann, wenn die aus dem Babylonischen Exil exilierten irakischen Juden im jungen Staat Israel als Außenseiter mit den Vorurteilen, der Arroganz und der Geringschätzung ashkenasischer Veteranen konfrontiert werden. Ferner wird herausgearbeitet, worin sich die Romane Sami Michaels von der Exilliteratur anderer Schrifsteller irakisch-jüdischer Herkunft unterscheiden.
| Original language | German |
|---|---|
| Title of host publication | Gedaechtnis und Widerstand. Festschrift für Irene Heidelberger-Leonard. |
| Editors | Mireille Tabah, Sylvia Weiler, Christian Poetini |
| Publisher | Stauffenburg Verlag |
| Pages | 283-296 |
| Number of pages | 14 |
| ISBN (Print) | 978-3-86057-665-6 |
| Publication status | Published - 25 Nov 2009 |
Publication series
| Name | Gedaechtnis und Widerstand. Festschrift für Irene Heidelberger-Leonard. |
|---|
Bibliographical note
Mireille Tabah, Sylvia Weiler, Christian PoetiniKeywords
- Jews in Baghdad
- Iraqi-Jewish Literature
- Sami Michael
- Exile Literature
Projects
- 1 Finished
-
ANI62: Language, Alienation and Hybrid Identity in the Literary Works of Exiled Iraqi-Jewish Writers
Kolo, K. (Co-Promotor), Muller, H. M. (Scientific Promotor), Muller, H. M. (Administrative Promotor) & Feinberg, A. (Collaborator)
1/10/09 → 31/01/11
Project: Fundamental
Activities
- 1 Membership of external research organisation
-
Unknown (External organisation)
Kolo, K. (Member)
1 Oct 2009 → 31 Jan 2011Activity: Membership › Membership of external research organisation
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