Prävention von Adhäsionen im Mittelohr durch Fibrinkleber

: Eine experimentelle Studie am Modell des Meerschweinchen-Mittelohres

  • O. Michel (Advisor)
  • Astrid von Szadkowski ((PhD) Student)

Student thesis: Doctoral Thesis

Abstract

Der in dieser Arbeit vorgestellt Ansatz zur Adhäsionsprophylaxe basiert auf der Erkenntnis, dass bei einer traumatischen Läsion oder einer entzündlichen Reaktion des Schleimhautgewebes des Mittelohres die oberflächlich gelegenen Mukosazellen auseinanderweichen, woraufhin Anteile der tiefer gelegenen Epithelzellen Oberflächenkontakt bekommen. Granulozyten, Makrophagen und Entzündungsmediatoren verbessern die Permeabilität der Blutgefäße für Albumine, Globuline und Fibrinogen, welche in die freie Paukenhöhle gelangen können. Aus dem so vorhandenen fibrinösen Exudat entwickelt sich unter Einwirkung von Gewebethrombokinase ein Fibrinnetz. Die ungerichtete Entwicklung von Fibrinnetzen und nachfolgend von Granulationsgewebe führt dann zu Adhäsionen.

Unter Stabilisierung der Vernetzung und Abdichtung des Gewebedefektes durch Fibrinkleber mit hohem Faktor- XIII- Gehalt kommt es zur Abdeckung und deutlich weniger zur Ausbildung von Adhäsionen.

Die jetzt vorgelegten Ergebnisse, doppelt gesichtet, geben Anlass zu der Vermutung, dass die mittels Photomikroskop ermittelten Parameter von Resorptionsverhalten des Fibrinklebers, proliferativer Aktivität des Granulationsgewebes und Schleimhautregeneration eine Option für den Einsatz von Fibrinkleber zur Adhäsionsprophylaxe im Mittelohr darstellen.
Date of Award2005
Original languageGerman
Awarding Institution
  • University of Cologne
SupervisorG. Lehmkuhl (Promotor)

Keywords

  • middle ear
  • Hearing Loss
  • adhesion
  • tympanoplasty

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